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Verena goes re:publica | Teil 3

Verena goes re:publica | Teil 3

by Verena Bischoff, 5. Mai 2016

Nun der dritte und letzte Teil meiner re:publica Berichterstattung:

Schaltzeit hat als Startup angefangen und hat seit seiner Gründung immer wieder Kontakt mit Startups. Sei es in einem Accelerator Kontext bei Bayer, unsere Plattform Peacoq, auf der schon seit 5 Jahren verschiedene Innovationswettbewerbe veranstaltet werden oder in unseren Scoutings, wo es darum geht, spannende Startups zu bestimmten Themen zu finden. Startups zeichnen sich viele neue Trends ab und sie probieren verschiedenste Lösungen zu Problemen aus – ein wirklich inspirierendes Umfeld!

Daher hier einige neue Startups aus dem Feld Journalismus und Nachrichten:

Im Bereich Medien und Journalismus haben sich im „MIZ rapid fire pitch“ mehrere Startups und aus dem Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) vorgestellt. Es ist ein Accelerator Programm zum Thema rethinking broadcasting. Interessant und aktuell fand ich folgende 5 Ideen (von insgesamt 8):

  • Yallah Deutschland – Ein interaktives Portal für/mit/von Flüchtlingen mit Videos zum Leben in Deutschland.
  • Wie erreicht man die 17 – 19 Jährigen und interessiert sie für das politische Tagesgeschehen? Dafür gibt es jetzt ein ARD-für-whatsapp – Redaktionsprojekt. Die Testphase ist scheinbar sehr gut angelaufen und das Medium whatsapp läuft gut – doch wie es weiter gehen kann und mit welchem Geschäftsmodel (auch mit Whatsapp) wird sich jetzt klären müssen.
  • Scape – augmented audio reality =3D hören. Ein Beispiel: ich bewege mich an einem historischen Ort und bekomme durch meine Blickrichtung die relevanten Texte mit Informationen oder als Hörspiel eingespielt. Ich kann sozusagen durch die Geschichte laufen und aktiv bestimmen, was ich höre und zu was ich etwas höre – durch gamification kann ich Geschichten „jagen“. Das Ganze ist GPS gestützt (und ggf. auch durch Marker an den Orten).
  • Mediasteak – die Informationslandschaft der Öffentlich Rechtlichen ist zu unübersichtlich? Wie findet man in dem Wust der Medienbibliotheken die saftigen Stücke? Hier hilft Mediasteak – zunächst ein Blog mit täglichen Tipps zu Dokumentationen und guten Filmen in den Mediatheken der Öffentlich Rechtlichen, dessen App nun in die Beta-Testung geht.
  • Catch – Radio kennt seine Hörer? Nicht so gut, wie es könnte. Mit catch können Radiohörer schnell rausfinden, welches Lied gerade gespielt wird, wer den Bericht verfasst hat und wo man noch mehr Informationen zu dem Thema finden kann – zentralisiert in einer App. Im Gegenzug können Radiomacher mehr über ihre Hörer, deren Interessen und Vorlieben erfahren.
  • Sensor live reportage – war bestimmt am gruseligsten als Gedanke – aber wurde sicher von unseren Geheimdiensten und allen Smartphone-Produzenten schon umgesetzt. Wollen wir wissen, was Menschen tun und sagen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen? Dann verstecken wir doch Audiosensoren in Alltagsgegenständen und sammeln so live-Material für Reportagen. Was machen unsere Kinder im Kinderzimmer – kein Problem – Barbies Kopf ist eh hohl. Wie geht es mir beim Aufbauen von IKEA-Schränken? Ein Sensor im Akkuschrauber wird diese Fragen sicher beantworten. Auch wenn für die Wissenschaft und den aufdeckenden Journalismus die Möglichkeiten dieses Projektes sicher sehr spannend sind (es ist noch nicht fertig entwickelt – Box mit Software ist das Ziel), so bleibt doch ein mulmiges Gefühl zurück…

Natürlich habe ich noch so viel mehr gesehen – kommt doch nächstes Jahr auch zur re:publica 11 und schaut euch das Treiben selbst an. Die anderen Beiträge meines Rückblicks kann man hier (Teil 1) und hier (Teil 2) lesen.

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